Friederike Rein Lorenzale, von ihren Teamkolleginnen Friedi genannt, ist nun seit bald zwei Saisonen Cheerleader den Dacia Vikings Allstars. In Zeiten von Corona müssen sie und ihr Team auf vieles verzichten, aber die 20-Jährige möchte gerade jetzt stark sein und der Gesellschaft etwas zurückgeben. Friedi arbeitet ehrenamtlich als Rettungssanitäterin beim Samariterbund Traiskirchen/Trumau. Ein richtiger Purple Hero also!
Vergangenen Montag hatte sie wieder Dienst, Tagdienst diesmal. Das bedeutet eine 12-Stunden-Schicht von 06:00 Uhr morgens bis 18:00 Uhr Abends. In ihrer Mittagspause haben wir mit Friedi über ihre ehrenamtliche Arbeit als Rettungssanitäterin gesprochen.

2018 wurde Friedi ein Mitglied der Dacia Vikings Allstars, gewann mit ihrem Team auch 2019 die Österreichische Meisterschaft. Foto (c) Nutville.at

Du hilfst also ehrenamtlich beim Samariterbund Traiskirchen. Wie kam es dazu?

Freidi: Ich kam dazu, weil ich immer schon im Gesundheitssektor arbeiten wollte. Ich werde im September mit meinem Medizinstudium anfangen und um die Zeit bis dahin gut zu überbrücken, dachte ich mir ich könnte mich als Rettungssanitäterin engagieren. Es ist ein Bereich, der sehr wichtig ist. Man kann „hands on“ ziemlich viel Erfahrung sammeln und hat direkten Patientenkontakt. Ich finde es ist ein guter Einstieg ins Medizinstudium und es macht und mir auch extrem viel Spaß.

Hast du jetzt durch COVID-19 damit angefangen oder arbeitest du schon länger als Sanitäterin?

Friedi: Nein, ich habe im Oktober 2019 angefangen. Da war Corona noch überhaupt kein Thema. Also ich hab‘ das ursprünglich wirklich nur gemacht, weil es mich sehr interessiert und weil es eben eine gute erste Möglichkeit war schon Patientenkontakt zu haben beziehungsweise in den Gesundheitsbereich hineinzukommen.

Wie sah dein Arbeitstag vor der Pandemie aus und wie jetzt? Hat sich etwas verändert?

Friedi: Es gibt Unterschiede, aber nicht wie man es glaubt. Davor hatten wir mehr Einsätze und ich glaube der Grund dafür ist, dass die Leute jetzt einfach mehr zu Hause bleiben. Wir werden zu weniger Fällen mit Betrunkenen gerufen und auch allgemeine Verletzungen kommen seltener vor. COVID-19-Einsätze sind jetzt Gott sei Dank auch zurückgegangen, denn der Notruf rät den Leuten mit Verdacht auf Corona zu Hause zu bleiben. Nur in kritischen Fällen müssen wir ausrücken oder bei Bedarf wird ein Ärzteteam hingeschickt, um die Person zu testen.

Macht als Rettungssanitäterin eine genauso gute Figur wie als Dacia Vikings Cheeleader! Allstar Friedi ist ein Purple Hero in Zeiten von COVID19! Foto (c) Privat

Wie oft hast du in etwa Dienst? Nimmst du dir jetzt mehr Zeit dafür?

Friedi: Vor der Quarantäne, als ich noch arbeiten musste und Training hatte, habe ich versucht mindestens ein Mal in der Woche einen Dienst zu übernehmen. Weil man leider auch sehr schnell die Sachen wieder vergisst und aus der Übung kommt. Das ist natürlich schlecht, wenn man dann in eine Notfallsituation kommt, denn da muss halt wirklich alles sitzen, jeder Handgriff muss perfekt sein. Jetzt wo ich keine „normale“ Arbeit habe schaue ich, dass ich mehr Dienste mache. Ich würde sagen zurzeit sind es sicher vier jede Woche und ich bin sehr froh, dass ich jetzt die Dienste machen kann, weil ich dadurch ein bisschen außer Haus komme und vor allem weil man in dieser Zeit bei den Patienten richtig merkt wie dankbar sie sind. Das ist wirklich sehr erfüllend.

Hast du eine lustige Story aus deinen Einsätzen? Wir wollen sie hören!

Friedi: Lustig finde ich immer wieder die Einsätze wo man mit Blaulicht und Sirene zu Menschenmassen kommt und dich alle mit solchen Augen [reißt die Augen auf] anschauen. Und die Uniform ist dann auch extrem auffällig und du versuchst dich irgendwie durchzukämpfen.
Oder ältere Leute, die den Notruf unabsichtlich wählen, weil manche haben spezielle Handys bei denen man nur ganz leicht an der roten Taste ankommen muss und dann kommen wir hin und es ist in Wahrheit gar nichts. [lacht] Naja, dann fahren wir halt wieder heim.

Vikings Allstar Friedi Lorenzale cheert auch im Team Austria. Foto (c) nutville.at

Wenn man jetzt auch ehrenamtlich als Rettungssanitäterin oder -sanitäter arbeiten möchte, was müsste man dafür tun und wohin kann man sich wenden?

Friedi: Das kann wirklich jeder machen, der sich dazu verpflichtet fühlt. Aber man sollte wissen, dass es schon hart ist. Man muss damit rechnen, dass man Leute sieht, die stark verletzt sind, man muss auf jeden Fall immer wieder Blut sehen, man muss auch tote Leute sehen, sie reanimieren und deshalb kann ich auch verstehen, dass es nicht für jeden etwas ist. Aber wenn man sich das zutraut, dann sollte man es auf jeden Fall versuchen, Freiwillige sind sowieso auf jeder Dienststelle gern gesehen. Die Ausbildung geht auch ziemlich schnell. Es gibt einen Intensivkurs, den habe ich zum Beispiel gemacht. Der dauert ein Monat und er findet unter der Woche von 08:00-17:00 Uhr statt. Man macht dort einige Praxisübungen und absolviert ein 160-Stunden-Praktikum. Abgeschlossen wird der Kurs mit einer Zwischenprüfung und final dann mit der Abschlussprüfung. Es gibt unglaublich viele Organisationen: Rotes Kreuz, Samariterbund, Sozialmedizinischer Dienst, Johanniter, Grünes Kreuz, usw. Am besten ist, wenn man persönlich zur Stelle seiner Wahl geht, weil dann können sie sich gleich einen Eindruck von dir machen. Sie betreuen dich dann immer sehr gut, denn Freiwillige sind immer gern gesehen.

Freiwillige, wie unsere Allstar-Athletin Friedi. Wir sagen DANKE!

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